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Was Robert Musil uns heute über Verantwortung, Energie und Transformation lehrt

Es gibt gesellschaftliche Krisen, die kommen mit einem Knall. Und es gibt jene, die leise beginnen.


Nicht mit Zusammenbrüchen, nicht mit Revolutionen –sondern mit einer schleichenden Entkopplung von Realität.


Der Schriftsteller Robert Musil hat diesen Zustand bereits vor über hundert Jahren vor dem 1 Weltkrieg präzise beschrieben. In seinem Werk begegnen wir Eliten, die hochgebildet, moralisch sprachfähig und organisatorisch perfekt sind – und dennoch den Kontakt zur Wirklichkeit verlieren.


Robert Musil (1880–1942) – Schriftsteller und präziser Beobachter gesellschaftlicher Eliten, deren Sprache sich zunehmend von der Realität entkoppelt. Portrait: Public Domain, Wikimedia Commons
Robert Musil (1880–1942) – Schriftsteller und präziser Beobachter gesellschaftlicher Eliten, deren Sprache sich zunehmend von der Realität entkoppelt. Portrait: Public Domain, Wikimedia Commons

Eliten – nicht dumm, sondern entrückt


Musil kritisiert keine Eliten im Sinne von Macht oder Reichtum. Er beschreibt eine geistige Elite, die:


  • über Werte spricht

  • Programme entwirft

  • Prozesse perfektioniert

  • Diskurse beherrscht


Aber dabei zunehmend den Bezug zur konkreten Wirkung verliert.

Nicht Bosheit ist das Problem. Sondern Abstraktion.

Gesellschaften zerfallen nicht an fehlendem Wissen, sondern daran, dass Eliten Realität durch Sprache ersetzen.

Wie Realitätsverdrängung entsteht


Diese Verdrängung geschieht nicht offen, sondern strukturell:


  • Komplexität ersetzt Verantwortung

  • Effizienz ersetzt Moral

  • Systemtreue wird wichtiger als Urteilskraft


Entscheidungen sind formal korrekt, juristisch abgesichert und kommunikativ sauber. Aber sie werden nicht mehr innerlich getragen.

Das Ergebnis ist eine Gesellschaft, die funktioniert –in der sich aber immer weniger Menschen beheimatet fühlen.


Der Bezug zu Energie und Klima


Gerade im Bereich Energie und Klima wird dieses Muster sichtbar.

Wir erleben:


  • ambitionierte Ziele ohne Umsetzungslogik

  • Strategiepapiere ohne physikalische Bodenhaftung

  • moralische Narrative ohne Verantwortung vor Ort


Energie ist jedoch keine Ideologie. Energie ist Realität – physikalisch, ökonomisch, infrastrukturell.

Transformation scheitert nicht am fehlenden Willen, sondern an fehlender Bereitschaft, sich von der Realität korrigieren zu lassen.


Warum große Systeme besonders gefährdet sind


Große Organisationen sind auf Stabilität ausgelegt. Das ist ihre Stärke – und zugleich ihre Schwäche.

Je größer das System, desto größer:


  • die Distanz zur Wirkung

  • die Absicherung gegen Irrtum

  • die Versuchung, Verantwortung zu delegieren


So entsteht institutionelle Haltung. Aber innere Haltung wird ersetzt.


Dezentrale Verantwortung als Gegenentwurf


Erneuerbare Energien, energieautarke Gebäude und lokale Lösungen stehen deshalb nicht nur für Klimaschutz, sondern für etwas Grundsätzlicheres:


  • Verantwortung dort, wo Wirkung entsteht

  • Urteilskraft statt bloßer Regelkonformität

  • Resilienz statt Abhängigkeit


Dezentrale Energie ist kein romantisches Ideal. Sie ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit.


Der Musil-Gedanke für unsere Zeit


Musil hätte es vielleicht so formuliert:

Die Gesellschaft zerfällt nicht, weil Werte fehlen,sondern weil sie funktional ersetzt werden.

Menschen funktionieren korrekt –aber sie fühlen sich nicht mehr zugehörig.


Warum Frank Hummel Consulting


Transformation braucht mehr als Strategien, Förderprogramme oder PowerPoint-Folien. Sie braucht innere Haltung, Urteilskraft und die Bereitschaft, Verantwortung nicht auszulagern.

Frank Hummel Consulting begleitet Unternehmer, Organisationen und Entscheider dabei, Energie-, Gebäude- und Mobilitätslösungen nicht nur technisch richtig, sondern verantwortlich und wirksam umzusetzen – nah an der Realität, vor Ort, mit langfristigem Blick.

Denn die entscheidende Frage unserer Zeit lautet nicht:


  • Haben wir genug Wissen?

  • Haben wir genug Technologie?


Sondern:

Sind wir bereit, Verantwortung wieder persönlich zu tragen –auch gegen Bequemlichkeit, Narrative und Systemlogik?

Leitsatz:

Gesellschaften zerfallen nicht an fehlendem Wissen, sondern daran, dass Eliten Realität durch Sprache ersetzen.






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