Realitätscheck Klimakrise: 2,8 °C – was heißt das für Unternehmen?
- Frank Hummel

- vor 4 Tagen
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In 30 Sekunden:
Die aktuelle Klimapolitik steuert eher auf 2,8 °C globale Erwärmung zu als auf 1,5 °C.
Für Unternehmen bedeutet das: steigende Energie- und Klimarisiken, strengere Regulierung und höheren Wettbewerbsdruck.
Wer jetzt seine Standorte energetisch und strukturell stärkt, sichert sich Kosten-, Risiko- und Standortvorteile.
Mit einem Quick-Check identifizieren wir genau diese Hebel – und rechnen sie in €/MWh, ROI und CO₂-Effekte herunter.
1. Ausgangslage: 2,8 °C als realer Risiko-Faktor
Die aktuellen Analysen der Vereinten Nationen zeigen ein unbequemes Bild: Mit der heutigen weltweiten Klimapolitik steuern wir nicht auf 1,5 °C Erwärmung zu, sondern eher auf rund 2,8 °C – gemessen am vorindustriellen Niveau.
Das klingt abstrakt, ist aber hoch konkret: 2,8 °C bedeuten häufiger und intensiver auftretende Extremwetterereignisse, steigende Versicherungsprämien, gestörte Lieferketten, höhere Energiekosten und zunehmende regulatorische Anforderungen. Kurz gesagt: zusätzliche Geschäftsrisiken für Standorte, Geschäftsmodelle und Vermögenswerte.
Die Klimakrise ist damit längst kein reines „Umweltthema“ mehr, sondern ein harter Standort- und Wettbewerbsfaktor.
2. „Die Politik ist zu langsam“ – richtig, aber unvollständig
In Gesprächen mit Unternehmerinnen, Unternehmern und Führungskräften höre ich oft denselben Satz:
„Die Politik ist zu langsam. Die sollen endlich handeln.“
Das stimmt. Die Lücke zwischen den offiziellen Klimazielen und der tatsächlichen Umsetzung ist groß. Aber wenn wir ehrlich sind, bleibt dann eine entscheidende Frage:
Wo bleibt in diesem Bild die unternehmerische Führungsstärke?
Wer nur auf bessere Rahmenbedingungen wartet, überlässt anderen das Feld – und verzichtet auf Chancen, die schon heute wirtschaftlich attraktiv sind.
Für Unternehmen bedeutet das konkret:
Energiekosten werden zu einem zentralen Hebel für Wettbewerbsfähigkeit.
Versorgungssicherheit (Strom, Wärme, Mobilität) wird wichtiger als der letzte Cent beim Einkaufspreis.
Finanzierer und Investoren schauen genauer auf Klimarisiken und Dekarbonisierungspfade.
Fachkräfte – vor allem jüngere Generationen – wollen für Arbeitgeber arbeiten, die Verantwortung sichtbar ernst nehmen.
Wer heute strukturiert handelt, reduziert Risiken – und sichert sich gleichzeitig Kostenvorteile, bessere Ratings und attraktivere Rahmenbedingungen. Wer wartet, zahlt später doppelt.
3. „Wir haben gerade ganz andere Probleme“ – und genau darum geht es
In vielen Gesprächen höre ich sinngemäß:
„Herr Hummel, das klingt alles gut – aber wir haben aktuell ganz andere Themen: Auftragsrückgang, unsere Produkte passen nicht mehr richtig, Fachkräftemangel, Diskussion um Verlagerung ins Ausland. Wenn wir die Probleme gelöst haben, können wir über Klimaneutralität und Energie reden.“
Ich verstehe diese Perspektive sehr gut. Genau so habe ich selbst über 30 Jahre als Unternehmer gedacht – Quartalszahlen, Auftragslage, Ertrag, Team, Liquidität.
Die entscheidende Erkenntnis aus meiner Erfahrung lautet allerdings:
Diese Themen hängen zusammen. Energie, Gebäude und Mobilität sind heute keine „Nice-to-have-Nachhaltigkeit“, sondern Hebel für genau diese akuten Probleme.
3.1 Auftragsrückgang & Wettbewerbsdruck
Immer mehr Kunden – insbesondere größere Unternehmen – achten auf CO₂-Fußabdruck, Energieeffizienz und Resilienz in ihren Lieferketten. Wer hier glaubwürdig liefern kann, sichert sich Aufträge, wo andere herausfallen.
Gleichzeitig entscheiden Energiekosten und Prozess-Effizienz direkt darüber, ob ein Angebot profitabel kalkuliert werden kann. Standorte mit effizienter Technik und eigen erzeugter Energie haben mehr Spielraum in der Preisgestaltung und Marge.
3.2 Produkte im Wandel
Märkte verändern sich: Kunden erwarten zunehmend energieeffiziente Nutzung, geringeren CO₂-Gehalt und neue Betriebsmodelle (z.B. „as a Service“ statt klassischem Produktverkauf).
Eine klare Transformationsstrategie am Standort – inklusive Daten zu Energie, CO₂ und Betriebskosten – schafft die Basis, neue Angebote glaubwürdig zu entwickeln und zu verkaufen. Ohne diese Basis bleibt „grünes Produktmarketing“ oft nur Behauptung.
3.3 Fachkräftemangel
Junge Fachkräfte suchen Arbeitgeber, die:
moderne Arbeitsumgebungen bieten
gutes Raumklima, Licht und Luft sicherstellen
E-Mobilität und Ladeinfrastruktur ermöglichen
sichtbar Verantwortung übernehmen
Ein energieeffizienter Standort mit PV, Speicher, Ladeinfrastruktur und guter Aufenthaltsqualität ist ein echter Magnet im Wettbewerb um Talente – und kein „nice to have“.
3.4 Verlagerung ins Ausland
Ja, niedrigere Energie- und Lohnkosten z.B. in Polen sind ein Argument. Gleichzeitig entstehen andere Risiken:
politische Abhängigkeiten
Transport- und Lieferkettenrisiken
CO₂-Grenzausgleich (CBAM)
Währungs- und Regulierungsthemen
Ein energetisch starker, effizienter Standort in Deutschland schafft eine robuste Basis, auf der internationale Strukturen sinnvoll ergänzt werden können – statt aus der Schwäche heraus abzuwandern.
Mein Ansatz mit Frank-Hummel-Consulting ist deshalb nicht „noch ein Projekt obendrauf“, sondern:
Wie nutzen wir Energie, Gebäude und Mobilität, um Ihre akuten Geschäftsprobleme zu entschärfen –und gleichzeitig einen tragfähigen Pfad Richtung Klimaneutralität zu legen?
Im Quick-Check schauen wir uns genau das an: Wo zahlen Investitionen in Effizienz, Eigenerzeugung, Speicher und Elektromobilität direkt auf Ihre Kostenstruktur, Ihre Standortstrategie und Ihre Attraktivität als Arbeitgeber ein?
4. Die Technologien liegen längst auf dem Tisch
Wir reden nicht mehr über Zukunftstechnologien, sondern über Standardbausteine, die seit Jahren verfügbar sind:
Photovoltaik und ggf. Windstrom für Standorte
Wärmepumpen, Infrarot- und Hybridlösungen für Gebäude
Intelligente Gebäudeautomation zur Laststeuerung
Batteriespeicher zur Peak-Reduzierung und Eigenverbrauchsoptimierung
Ladeinfrastruktur und Elektromobilität für Fuhrparks und Mitarbeitende
In vielen Fällen rechnen sich diese Lösungen schon heute betriebswirtschaftlich:
niedrigere Energiekosten pro kWh
planbare Kosten statt volatiler Börsenpreise
Reduktion von Lastspitzen (Peaks) und Netzentgelten
höhere Unabhängigkeit von zukünftigen CO₂-Preisen
besseres Rating bei Banken und Investoren
Das Problem ist also meist nicht die Technik, sondern der Entschluss, mit einem klaren Plan anzufangen.
5. Vom Klagen zum Gestalten: Was unternehmerische Führungsstärke heute bedeutet
Unternehmerische Führungsstärke zeigt sich heute nicht in der lautesten Kritik an der Politik, sondern in drei Schritten:
Realität akzeptieren Ja, wir steuern derzeit eher auf 2,8 °C zu als auf 1,5 °C. Das ist ein Risiko – global und lokal.
Risiken und Potenziale am eigenen Standort durchrechnen, wo stehen wir heute mit Energieverbräuchen, Flächen, Gebäuden, Fuhrpark, Prozessen? Welche Maßnahmen sind technisch möglich – und welche rechnen sich in welchem Zeitraum?
Einen pragmatischen Fahrplan festlegen, kein 200-seitiges Strategiepapier, sondern ein konkreter Umsetzungsplan: – Welche Schritte in 12 Monaten?– Welche in 3 Jahren?– Wo entstehen messbare Effekte in GuV und Bilanz?
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Zwischen denen, die abwarten – und denen, die ihre Standorte Schritt für Schritt in Richtung klimaneutrale, elektrische Zukunft entwickeln.
6. Warum ich das heute mache – und was Sie davon haben
Ich bin seit 1993 Unternehmer. Damals habe ich HUMMEL Systemhaus gegründet und gemeinsam mit meinem Team zu einem spezialisierten Anbieter für Energie-, Gebäude- und Systemlösungen aufgebaut.
Von Anfang an waren Neugierde, Innovationsfreude und nachhaltiges Handeln zentrale Leitplanken meines Unternehmertums:
Neue Technologien früh ausprobieren, Systeme denken statt Einzelprodukte verkaufen, Wirtschaftlichkeit und Verantwortung zusammenbringen. Genau diese Denkweise hat das Unternehmen erfolgreich gemacht – und das Interesse eines globalen Konzerns geweckt.
2020 habe ich im Rahmen eines Asset Deals die operative Einheit – Mitarbeitende, Projekte und Technik – an diesen Konzern verkauft, damit das Geschäft in einem größeren Verbund schneller und international weiterwachsen kann. Entscheidend war für mich: Ich konnte aus einer Position der Stärke verkaufen – und gleichzeitig als Unternehmer aktiv bleiben.
Mit der HSG GmbH & Co. KG bündele ich heute meine unternehmerischen Aktivitäten. Unter den Marken Frank-Hummel-Consulting und REVOLUTION-E entwickle ich Lösungen rund um Energie, Gebäude und Mobilität – und unterstütze Unternehmen als Unternehmer auf Augenhöhe:
bei der Analyse von Standorten, Energieflüssen und Geschäftsmodellen
bei der Entwicklung von Konzepten für eine klimaneutrale, elektrische Zukunft
bei Umsetzungsplanung und Begleitung – vom Quick-Check bis zum Skalierungsfahrplan
Ich kenne die Perspektive des Mittelstands aus eigener Erfahrung: Auftragslage, Ertrag, Finanzierung, Fachkräftemangel, persönliches Risiko. Mein Fokus liegt deshalb auf entscheidbaren, berechenbaren Lösungen, die sich in GuV und Bilanz bemerkbar machen – Schritt für Schritt, ohne Dogma, aber mit klarem Zielbild.
Denn aus über 30 Jahren Unternehmertum weiß ich: Alle Veränderungen beginnen mit kleinen, konsequenten Schritten.
7. Wie ich Unternehmen konkret begleite
Mit Frank-Hummel-Consulting unterstütze ich Unternehmen, Organisationen und Kommunen auf drei Ebenen:
Quick-Check In wenigen Wochen entsteht ein klarer Überblick: – Wo stehen wir heute?– Welche Maßnahmen sind technisch sinnvoll?– Wie sehen Payback, ROI und CO₂-Effekte aus?
Pilotprojekte mit klaren KPIs statt Großprogramm von Tag 1: ein erstes Leuchtturm-Projekt mit harten Zahlen(€/MWh, Peaks, Eigenverbrauch, Flottenkosten etc.).
Skalierungsfahrplan Aus den Erfahrungen des Piloten wird ein Plan, der bord- und banktauglich ist – also auf Zahlen basiert, nicht auf Schlagworten.
8. Fazit: Abwarten wird zunehmend riskanter – Handeln eröffnet Spielräume
Wir werden die 1,5 °C sehr wahrscheinlich reißen. Das ist die unbequeme Realität. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen.
Für Unternehmen heißt das:
Wer jetzt handelt, kann sich Kosten- und Wettbewerbsvorteile erarbeiten.
Wer zu lange wartet, läuft Gefahr, später unter höherem Zeit- und Kostendruck reagieren zu müssen.
Die Frage wird zunehmend weniger sein, ob wir transformieren, sondern wie wir es klug und rechtzeitig tun.
Wenn Sie in 60–90 Minuten Klarheit darüber gewinnen möchten, ob sich ein Quick-Check für Ihren Standort lohnt, dann lassen Sie uns sprechen.


